»Widerspruch! Er ist wie eine Hitzewelle Ende Oktober – fast schon provozierend ungewöhnlich.«

 

Josten und Klein - Gault Millau

Sensorik

Widerspruch! Das ist der erste Gedanke, riecht man an diesem Wein. Intensive Aromen von reifen gelben und weißen Pfirsichen und Noten vom jungen Holz. Und das bei einem Riesling. Unerhört!

 

Doch gerade diese zarte Holznote verleiht unserem Lagen-Riesling eine weitere Dimension. Er wirkt komplex und vielschichtig. Sein kräftiger und druckvoller Körper bändigt die Aromen des Holzes, bindet sie auf subtile Weise ein. Viel Frucht, viel Extraktsüße zu denen die Gerbstoffe einen spannenden Kontrapunkt setzen. Trotz seiner Komplexität ist es ein filigraner und animierender Riesling, der durch seine würzige und doch saftige Art besticht. Ein fast schon „burgundischer“ Charakter.

 

 

Herkunft

Der Weinberg für diesen Wein liegt in der Lage Leutesdorfer Gartenlay. Genau genommen stammt er aus der Einzellage Leutesdorfer Forstberg. Doch seit man in Leutesdorf entschieden hat, die drei vorhandenen Einzellagen in einer, nämlich der Gartenlay, zusammenzufassen, ist der Forstberg in dieser Lage aufgegangen.

 

Der Weinberg ist nach Süden ausgerichtet. Der Anbau erfolgt auf Schieferverwitterungsboden mit einem hohen Lehmanteil. Bei dem Schiefer handelt es sich um Grauwacke, wie er auch an der Ahr zu finden ist. Doch dieser Boden weist eine Besonderheit auf: er ist alkalisch, während Schieferböden in der Regel sauer sind.

Herstellung

Gelesen haben wir den Leutesdorfer Gartenlay Riesling am 29. Oktober 2012. Das Mostgewicht betrug 99° Oechsle. Die Trauben wurden für 18 Stunden mazeriert und der Most ausschließlich durch Sedimentation geklärt und anschließend im Halbfuderfass (Erst- und Zweitbelegung) spontan vergoren. Durch die lange Lagerung auf der Hefe bis kurz vor der Füllung erhält dieser Riesling seinen Schmelz.

 

Anmutung

Darf so ein Riesling schmecken? Unbedingt! Er ist wie eine Hitzewelle Ende Oktober. Fast schon provozierend.

 

Aber der offene Geist erlebt das Unerwartete umso süßer und intensiver. In den Holzregalen schlummern die weißen und gelben Pfirsiche schwerelos in großen Gläsern, ein Hauch von Leder in der Luft. Jetzt noch einen Sprung in den Waldsee?

 

Warum nicht – who cares!

 

 

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